Die Stories der Gundara-Kunsthandwerker_innen

Meister Yaqubs Ledertaschen aus Kabul

Ledergerbung und die Weiterverarbeitung von Leder haben in Afghanistan eine lange Tradition. Vor der sowjetischen Invasion im Jahre 1979 gab in Afghanistan so viele Gerbereien, dass es die Pakistanis waren, die ihre Rohhäute dorthin exportierten. Meister Yaqub ist der Mann, mit dem alles bei Gundara begann. Bei unseren freitäglichen Streifzügen durch Kabul im Jahre 2006 entdeckten wir eines Tages die kleine Manufaktur von Meistern Yaub im Herzen Kabuls (unweit der Chicken Street). In seiner Werkstatt fertigt Meister Yaqub in althergebrachter Weise per Hand schöne Ledertaschen (Glückliche Laura, Lorenzo, Fräulein Schlicht, Cecilia etc.), vor allem aus natürlich (chromfrei mit Granatapfelschalen, Limette und Rhabarberwurzel gegerbt) gegerbtem Ziegenleder für die verschiedensten Zwecke. Meister Yaqub führt keinen herkömmlichen Ledertaschen-Laden, sondern eine Manufaktur, d.h. dass bei ihm nicht viele Ledertaschen im Regal stehen. Man kann jedoch stattdessen zu ihm kommen und sich genau die Ledertasche, die man braucht oder einfach haben möchte, anfertigen lassen.
Der besondere Reiz der Ledertaschen, die wir seit 2009 bei Meister Yaqub nach unseren eigenen Entwürfen produzieren lassen, liegt in der Verwendung hochwertiger Lederarten, teilweise in Kombination mit zentral- und südasiatischen Mustern (Applikationen oder Handstickereien). In Zusammenarbeit mit Meister Yaqub verbinden wir so traditionelle afghanische Handwerkskunst mit westlichen Ansprüchen an Ästhetik und Funktionalität.
Zur Herstellung der fairen Ledertaschen findet meist naturfarbenes Ziegen- und teilweise gefärbtes Schafsleder Verwendung. Das robuste Ziegenleder stammt aus Kulm in der Nähe von Mazar-i Sharif, im Norden Afghanistans. Das Naturleder (Rhabarberleder) wird dort auf natürliche Weise chromfrei, mit Rhabarberwurzeln und Grantapfelschalen, gegerbt. Khulm ist bekannt für die Ledergerbung und selbst aus dem Süden Afghanistans werden die Häute zum Gerben nach Nord-Afghanistan gebracht. Das gefärbte und konventionell gegerbte Schafsleder ist hingegen dünner und weicher als das Ziegenleder und wird aus Pakistan importiert. Wir von Gundara legen Wert darauf, dass so die gesamte Wertschöpfungskette in der Region stattfindet und unser langjähriger Partner grösstmöglich von der Wertschöpfung profitiert. Durch den Kauf von Lederwaren aus unserem Shop unterstützten Sie afghanische Kunsthandwerker_innen in Kabul auf sehr direkte Weise.
In seinem Leben hat Meister Yaqub bereits viele Schicksalsschläge erlebt: Bis zur Machtübernahme durch die Taliban exportierte er aus seiner Manufaktur Ledertaschen bis in die damalige Sowjetunion. Dann floh er mit seiner Familie nach Pakistan. Ende 2001 kehrte er zurück nach Kabul und baute seine Werkstatt wieder auf. Als wir Herrn Yaqub 2007 kennenlernten, war gerade das älteste seiner sieben Kinder aufgrund einer Krankheit verstorben. Zwei Selbstmordattentate auf die indische Botschaft gegenüber der Manufaktur, zerstörten auch teilweise die Manufaktur. 2015 versuchte Meister Yaqub mit seiner Familie einen Neuanfang in Istanbul, der nicht gelang. Er ist nach Kabul zurückgekehrt, wo er sein Haus, das bei einem Anschlag in Mitleidenschaft gezogen wurde, wieder aufbauen musste.


Eden Gelans Ledertaschen aus Addis Abeba

Seit 2016 arbeiten wir mit der jungen Äthiopierin, Eden Gelan, aus Addis Abeba zusammen. Eden ist die einzige Designerin und Kunsthandwerkerin, die uns gefunden hat! Eines Tages kontaktierte sie uns und fragte uns, ob sie uns einige faire Rindsleder-Ledertaschen (Almaz, Tulu, Yeshi etc.) aus ihrer neuen Kollektion zusenden dürfe. Wenig später trafen die schönen fairen äthiopischen Rindsleder-Taschen bei uns ein. Ein Jahr später kam uns Eden das erste mal in unserem Gundara Concept Store in Berlin besuchen.
Eden war als Beraterin im Ledersektor tätig, bevor sie im September 2015 ihr eigenes Unternehmen gründete. Die Idee war, Arbeitsplätze für rehabilitierte Jugendliche zu schaffen und sie zu befähigen, auf eigenen Beinen zu stehen. Gleichzeitig wollte Eden äthiopische Lederprodukte auf den internationalen Markt bringen.
Als Beraterin verbrachte Eden Zeit in Gerbereien und Produktionsunternehmen und knüpfte Kontakte. Zuvor hatte sie mit benachteiligten Menschen im Handwerksbereich gearbeitet. Heute beschäftigt Eden zehn Personen und hofft graduell auf 20 zu erhöhen. Die meisten Designs werden von Edens Freunden entworfen. Eden beschäftigt fünf ehemalige Straßenkinder und eine ehemalige Sexarbeiterin und bezieht das hochwertige Rindsleder aus verschiedenen Gerbereien rund um Addis. So findet die Wertschöpfung größtenteils in Äthiopien statt. Auch Äthiopien hat eine lange Tradition der Ledergerbung und auch -verarbeitung. Äthiopien verfügt im afrikanischen Vergleich über die meisten Rinder und steht weltweit auf Platz zehn. Die Zahl der Tiere hat sich zwischen 1995 und 2010 von 58 Millionen auf über 100 Millionen verdoppelt! Lange Zeit exportierte Äthiopien sein Leder ausschließlich, vor allem nach Italien. Seit einiger Zeit wird das hochwertige Rindsleder direkt in Äthiopien zur wunderschönen fairen Ledertaschen weiter verarbeitet und der Rohstoff darf nicht mehr exportiert werden, damit die Wertschöpfung im Land bleibt. 2017 konnte Gunda die Manufaktur von Eden in Addis besuchen, die KunsthandwerkerInnen kennenlernen und zusammen mit Eden neue Taschenmodelle entwerfen.


Ledertaschen von Lightfoot aus Sambia


Das Label Lightfoot (früher Jackal & Hide) wurde von der Sambierin Gillie Lightfoot gegründet, als Gillie auf die Sugarbush Farm, einen kleinen Bio-Hof außerhalb von Lusaka der Hauptstadt Sambias zog. Ursprünglich wollte Gillie Lightfoot, die mit Tribal Textiles bereits ein Label zur Vermarktung handbemalter, lokaler Stoffe ins Leben gerufen hatte, hier nur einen kleinen Workshop aufbauen, um enger mit den Kunsthandwerkern zusammenarbeiten zu können. Zur selben Zeit entdeckte sie jedoch hochwertige, lokal gegerbte Kuhhäute, womit eine neue Idee geboren war: Da es damals in Sambia praktisch keine Produktion von Lederartikeln gab, ein neues Team von Schneidern auszubilden und mit diesen zusammen einzigartige Taschen und Accessoires mit einem afrikanischen Touch zu entwerfen und herzustellen. Alle Taschen sind wunderschöne handgefertigte Unikate, und meist mit handbemalten Stoffen von Tribal Textiles gefüttert. Alle Lightfoot-Produkte tragen somit Gillies Stempel. Sie sind mit handverlesenen Steinperlen aus aller Welt, recycelten Kuhhörnern und vielem mehr verziert. Um beste Qualität sicherstellen zu können, werden lediglich die (Reiß-)Verschlüsse importiert, ansonsten findet die Wertschöpfung komplett in Sambia statt. Alle Lightfoot-Taschen werden von Anfang bis Ende von einer kleinen Gruppe speziell geschulter Schneider gefertigt, die sehr viel Wert auf schöne Details und gute Qualität legen.  Viele Taschen sind mit pflanzlichen Elfenbeinperlen, geschnitztem Angoni-Kuhhorn-Stücken und handverlesenen Perlen aus Afrika und der ganzen Welt verziert. Die Lightfoot-Kollektion umfasst Schultertaschen, Totes, Reisegepäck, Laptop- und Crossbody-Taschen, die in einer Reihe von klassischen, modernen, kühnen, eleganten, lustigen und traditionellen Stilen präsentiert werden. Die Vielfalt und das Muster der Häute verleihen den Taschen interessante Dimensionen. Es gibt die schönen Lightfoot-Ledertaschen in folgenden Farben: Klassisches Schwarz, Braun und Hellbraun bis hin zu Tannengrün und leuchtendem Rot.



Babouches von Meister Es-Saidi

Meister Es-Saidi hat ein kleine Babouche-Manufaktur im Herzen Marrakeschs. Dort fertigt er per Hand unsere schönen Babouche in strahlenden Farben aus lokal gegerbtem Schafs-, Ziegen- und Kamelleder. Wann immer es Meister Es-Saidi die Zeit erlaubt, fährt zu seiner Frau und den beiden Kindern in sein heimatliches Berber-Bergdorf.


Handgewebte Plaids von Hazer Gul aus Pakistan

2004 gründete Hazer Gul die “Islampur Cottage Industries Association” für Kunsthandwerker im Swat-Tal in West-Pakistan. Von hier bezieht Gundara seine wunderschönen Woll-Plaids (Patu). Durch diese Initiative wollte Hazer Gul dazu beitragen, unfreie Arbeit in Manufakturen und Heimarbeit in Teilen Pakistans abzuschaffen. Hazer Gul wurde 1976 in Islampur, im Swat-Tal in West-Pakistan, in eine arme Familie geboren. Mit acht Jahren begann er, seine Familie mit dem Sammeln von Feuerholz zu unterstützen. Mit 16 Jahren wurde Hazer Gul Weber. Er arbeitete acht Jahre lang für mehr als neun Stunden pro Tag. Dennoch konnte er damit nie genug GeldHazer Gul - ICIA - handgewebte Wolldecken - West-Pakistan verdienen, um seine Familie zu ernähren. Ihm fiel auf, dass die Weber von Zwischenhändlern ausgenutzt wurden und ihm wurde klar, dass die Lösung von den Arbeitern selbst kommen musste. Das Hauptproblem war, dass die Weber kein Gehalt bekamen, sondern mit Essen bezahlt wurden. So konnten sie nichts ansparen, um aus dieser Abhängigkeit auszubrechen. Irgendwie schaffte es Hazer Gul dennoch, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien. Er besuchte die Schule, während er als Nebenjob Pumpen wartete. Da Hazer Gul die Wasserversorgung seines Dorfes verbessern wollte, gründete er eine Selbsthilfeorganisation. Die Idee war, ein Bewusstsein für Probleme innerhalb der Dorfgemeinschaft zu schaffen und ein besseres Verständnis dafür, dass Probleme wie Analphabetismus, zunehmende Verschmutzung etc. alle damit zusammenhingen, dass die Weber unfrei waren und ihr Schicksal nicht selbst in die Hand nahmen. Hazer Gul begann in seinem Heimatdorf in Swat, unter den Arbeitern ein Bewusstsein
für ihre Rechte, die Kraft der Gemeinschaft und die Notwendigkeit für Bildung zu schaffen. Schritt für Schritt gelang es ihm, informelle Arbeiter als unabhängige wirtschaftliche Akteure in den Wirtschaftskreislauf zu integrieren. Das Ergebnis ist unter anderem, dass heute mehr als 5.000 Webstühle in Islampur den Dorfgemeinschaften selbst gehören (1998 waren es nur 1.200) und die Weber somit selbstbestimmter und unabhängiger von der Händlern agieren können.


Yakhaar-Schals von Nasreen aus Kathmandu

Die junge Nepalesin Nasreen Sheikh gründete Local Women's Handicrafts. Nasreen wuchs in Rajura bei Kathmandu in Nepal auf. Den meisten Frauen in Rajura ist der Zugang zu Bildung verwehrt. Die Aufgabe der Frauen in Rajura ist es, Frau und Mutter zu sein. Ehen werden hier traditionell zwischen den Familien arrangiert. Oft werden die Frauen in die Ehe mit einem Mann gezwungen. Dies führt oftmals zu Problemen wie z.B. Missbrauch. Bereits mit elf Jahren hatte Nasreen große Angst, das man sie in eine arrangierte Ehe zwingen würde. Deshalb verließ sie ihr Dorf, um mit ihrem älteren Bruder in Kathmandu zu leben. Nasreen half ihm, wo sie konnte, um bei ihm bleiben zu dürfen. Leider verlor er bald seinen Job und konnte sie nicht länger mit versorgen. Er bat Nasreen deshalb, nach Hause zurückzukehren. Nasreen war verzweifelt. In der Nacht, bevor sie zurückkehren sollte, konnte sie nicht schlafen. Sie stand um fünf Uhr morgens auf und setzte sich auf die Treppe vorm Haus, um das erwachende Leben in den Straßen Kathmandus zu beobachten. Sie träumte davon, das Leben derer zu führen, die sie sah. Ein Hund kam vorbei, vor dem sie sich erschrak. Sein Besitzer sagte, dass sie keine Angst haben solle. Nasreen war beeindruckt von der Stimme des Mannes. Sie begann zu weinen und erzählte dem Mann ihre Geschichte. Sie sagte ihm, dass sie auch zur Schule gehen und eine Ausbildung machen wolle und dass sie Angst davor hatte, verheiratet zu werden. Sie erzählte ihm, wie sie aus ihrem Heimatdorf geflohen war. Der Mann zeigte sich beeindruckt von ihrer Geschichte. Er versprach, Nasreen zu helfen, in Kathmandu bleiben zu können und sie zu unterrichten. Er gab ihr über Jahre hin Unterricht und ermutigte sie, weiter zu lernen. Er bezahlte ihre Schulbildung und gab ihr Hoffnung auf ein neues Leben. Gleichzeitig lernte sie bei ihrem Bruder kunsthandwerkliche Fertigkeiten.
Als Nasreen 14 war tat sie sich mit sechs anderen jungen Frauen zusammen und sie beschlossen, eine eigene Kunsthandwerker_innen-Vereinigung (Frauenkooperative) zu gründen. Als Nasreen 18 wurde, begann ihre Familie, erneut Druck auf sie auszuüben, endlich zu heiraten. Sie wehrte sich und musste erneut fliehen. Mithilfe ihrer Freunde, ihrer Lehrer und ihres Bruders, gelang es Nasreen, ihren Weg zu gehen. Als Folge von Nasreens Verhalten wurde die Familie aus ihrem Dorf verbannt. Ihre Mutter wurde beschuldigt, ihre Tochter nicht kontrollieren zu können. Nasreen verbrachte viele Jahre mit harter Arbeit und konzentrierte sich ganz darauf, den benachteiligten Frauen zu helfen. Viele Leute kamen in ihren Laden und die Geschäfte entwickelten sich gut. Mithilfe ausländischer Freunde gelang es ihr, 25.000 USD zu leihen. Mit diesem Geld kaufte sie ein Stück Land, um eine neue Werkstatt für die Frauen zu bauen, die den Frauen selbst gehören würde. Heute beschäftigt Nasreen 28 Frauen, die teilweise behindert oder vor häuslicher Gewalt geflohen sind oder in extremer Armut lebten und fertigt unter anderem unsere wunderschönen Yak-Schals in leuchtenden Farben.

Tuareg-Silberschmuck von Ahmed aus Agadez

Unser Tuareg-Schmuck kommt von dem jungen Nigrer Ahmed Ataher und seiner Familie aus dem Tuareg-Stamm der Kel Tamaschek aus Niger. Die Kel Tamaschek werden seit eh und je geachtet und gefürchtet. Als Beherrscher des Feuers und der Mineralien sieht man sie im Bund mit den Geistern. So dürfen sie einige Tabus brechen. Schmiede in Niger fertigen auch heute noch alle Metallgegenstände an, die ein Kel Tamaschek benötigt: Messer, Schwerter, Schlösser, Zaumzeug etc., aber auch wunderschönen Silberschmuck oftmals verziert mit Halbeldelsteinen und mit zahlreichen Symbolen. Wie das Zelt der Kel Tamaschek, dessen Ausrichtung streng festgelegt ist, sind auch die Formen, Muster und Ornamente der Schmuckstücke genauen Regeln unterworfen. Sie erzählen von der spirituellen Welt der Tuareg. Der Tuareg-Silberschmuck ist quasi die Bibliothek der Tuareg, Durch ihn werden Geschichten und Traditionen von Generation zu Generation weiter gegeben. Gundara möchte Ihnen diese Welt der Symbolik und Schönheit näher bringen. Das Buch "Die Enkel der Echse" erzählt die Familiengeschichte der Familie Ataher.


Arganöl aus der Frauenkooperative Marjana aus Marokko


Kooperative Marjana - Bio-Arganöl-Produktion - Essaouira, MarokkoMarjana ist eine Frauenkooperative, die sich unweit außerhalb Essaouiras im Südwesten Marokkos auf der Straße nach Marrakesch befindet. Hier stellen Berber-Frauen per Hand Arganöl her. Das Arganöl wird aus den Kernen der Argannüsse, die auf Argan-Bäumen (Argania spinosa) wachsen gewonnen und ist endemisch im Südwesten Marokkos. Arganöl ist sehr wertvoll, da es sehr nährstoffreich ist und zahlreiche wertvolle kosmetische (wirkt z. B. Angeblich verjüngend und heilend) und medizinische Eigenschaften hat. Hierfür muss erst die Schale der Nüsse aufgeschlagen werden, um den Kern zu befreien. Das Innere wird dann mithilfe einer Steinmühle zermahlen. Marjana gibt den Frauen die Gelegenheit, ein eigenes Einkommen zu verdienen und so an Unabhängigkeit zu gewinnen. Das Arganöl aus der Kooperative Marjana hat Bio-Qualität (zertifiziert durch ECOCERT). Durch die Arbeit in der Frauenkooperative Marjana verdienen die Berber-Frauen ein wichtiges eigenes Einkommen und werden so etwas unabhängiger.


Up-Fuse aus Kairo

Up-Fuse wurde von Yara Yassin und Rania Rafie, zwei Produktdesignerinnen, gegründet, die Techniken zum Upcycling von Plastiktüten entwickelt haben, um daraus hochwertige Taschen und andere Accessoires herzustellen. In Zusammenarbeit mit der NGO „Roh El Shahab“ aus Kairo entstand so eine eigenständige Marke, die mit lokalen Handwerker_innen scheinbar wertlose Plastikabfälle in umweltbewusste und trendige Modeartikel aufwertet. Den Angestellten, Kunsthandwerkern und Schülern aus Mansheyet Nasser, der Müllstadt Kairos, ermöglichen die sozialverträglichen Arbeitsbedingungen und die faire Entlohnung die Möglichkeit zu einem selbstbestimmten Leben. Alle Produkte sind handgefertigt und in Farbe und Muster einzigartig – und tragen Geschichten mit sich, die Hersteller und Käufer miteinander verbinden.


Skateistan

Skateistan ist eine von dem Deutsch-Australier Oliver Percovich im Jahre 2007 gegründete NGO, die Jugendliche aus verschie denen ethnischen Gruppen und sozialen Schichten in Afghanistan, Kambodscha und Südafrika, hauptsächlich durch das Angebot von Skateboard-Lektionen, zusammenbringt. Mit diesem Ansatz sollen die Grenzen aufgrund von Stammeszugehörigkeit oder sozialer Herkunft überwunden werden. Daneben verfolgt die Organisation das Ziel, die Jugendlichen wieder zum Schulbesuch zu bewegen und ihre Ausbildung durch eigene Bildungsangebote zu unterstützen. Obwohl ursprünglich in Afghanistan begonnen, betreibt Skateistan heute auch in Kambodscha und Südafrika ähnliche Projekte.
Ihren Unterhalt bestreitet die NGO teils über Spenden und zum anderen über den Verkauf von Bekleidung, Büchern und den im Gundara-Shop erhältlichen Skateistan-Rucksack.


Andere Produzent_innen:
Ottoman


Die Tradition der Seifenherstellung lässt sich in der Familie Ileri bis ins späte 16. Jahrhundert zurückverfolgen – damals noch als Lieferanten für hochgestellte Persönlichkeiten, denen die Aleppo-Seifen allein vorbehalten waren. Im Jahr 2006 begann die Ottoman GmbH dann mit dem Vertrieb ihrer eigenen, handgemachten Seifen in Deutschland. Aber auch noch heute sind kleine, traditionelle Handwerksbetriebe die Basis und die Liebe zum Detail und zur Überlieferung stehen noch immer im Mittelpunkt der Firmenphilosophie.

Bio-Kosmetik von FINigrana

Während der Proteste gegen ein geplantes Atomkraftwerk in der badischen Gemeinde Wyhl im Jahre 1975 reifte in den späteren Firmengründern Gabriele Krüger und Bernhard Bauer die Erkenntnis, dass Protest allein nicht ausreicht und ab 1978 bieten sie deshalb in Bonn unter den Prinzipien des Fairtrade und der Nachhaltigkeit in ihrer „BIOASE“ Lebensmittel aus kbA an. Die Marke „FINigrana“ steht für ihre Naturkosmetik-Produkte wie z.B. reine Pflanzenseifen aus Aleppo, die sie dort in althergebrachter, bewährter natürlicher Weise und Qualität produzieren lassen.

Organic India

Organic India wurde in den 1990er Jahren von einer Gruppe von Visionären in der nordindischen Stadt Lucknow gegründet. Sie waren mit der Qualität der auf lokalen Märkten angebotenen Tees nicht zufrieden und fingen daher selbst an, Tee anzubauen und Kräuter zu sammeln. Mit diesen Kräutern entwickelten sie diese leckere und gesundheitsfördernde Tee-Collection. Ihre Idee war einfach: Sie gründeten ein Unternehmen mit einem ganzheitlichen Ansatz, das die Lebensumstände tausender verarmter Bauern durch nachhaltige Anbaumethoden, Ausbildung und Training zur Selbständigkeit befähigen sollte, Eigenschaften, die diese wiederum an jüngere Generationen weitergeben konnten.
Alle Bauern und Handwerker werden in biologischen und biodynamischen Anbaumethoden geschult. Alle nötigen Gebühren für Bio-Siegel werden von Organic India übernommen und ihre Erträge zu Höchstpreisen aufgekauft. Die Bauern wechseln auf ihrem Land zwischen dem Anbau für Organic India und auf eigene Rechnung. Das bedeutet, dass die Familien mit einem regelmäßigen Einkommen rechnen können, während sie gleichzeitig ihre Lage und die der Umwelt verbessern können.
Bio-Landwirtschaft reduziert die Zugabe externer Inputs (Düngemittel, Pestizide, Pharma-Produkte, genetisch veränderte Substanzen etc.) erheblich. Krankheiten und Befälle werden mit natürlichen Mitteln traditioneller und moderner Lehre folgend bekämpft. Auf diese Weise werden die Ernten verbessert und die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten wird verbessert. Dieser kontrolliert biologische Anbau folgt global anerkannten Prinzipien, welche an den lokalen sozioökonomischen, klimatischen und kulturellen Kontext angepasst werden. Durch ökologische Landwirtschaft lernen Landwirte gesunde und nachhaltige Anbaumethoden und erlernen wieder die Weisheiten ihres landwirtschaftlichen Erbes. Ökologische Landwirtschaft reichert die Böden Schritt für Schritt an. Langfristig steigert es die Ernten und deren Nährwert. Sie ermöglicht eine natürlich reine Wasserversorgung und verhilft den Bauern und ihren Familien zu mehr Wohlstand und Unabhängigkeit.
Organic India hat sich zu verantwortungsvoller Verpackung verpflichtet. Die Tee-Packungen (mit Teebeuteln) sind aus 100% recyceltem Karton hergestellt. Bitte recyceln sie diese wieder. Die Teebeutel wurden aus ungebleichten, biologisch abbaubaren Bestandteilen hergestellt.

 

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