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Gundara und wie es dazu kam...


Ende 2005 ging ich für einen Job in der Entwicklungszusammenarbeit nach Kabul. Ich wollte hinaus in die Welt. Nach einigen Wochen lernte ich einen netten Franzosen namens Jean kennen (den ich dann später mit nach Berlin nahm und der die treibende Kraft in unserem kleinen Sozialunternehmen Gundara wurde). An den Wochenenden erkundeten wir Kabul und die Umgebung in Zentralafghanistan mit dem Motorrad oder spazierten durch die Stadt. Bei einer dieser Erkundungstouren entdeckten wir die kleine Manufaktur von Meister Yaqub, in der er wunderschöne handgemachte Ledertaschen aus natürlich gegerbtem Leder fertigte. Uns gefiel seine Liebe zum Detail und dass jede Ledertasche als Unikat per Hand gefertigt wurde. Ich entwarf zunächst für mich selbst Ledertaschen, die Meister Yaqub dann per Hand für mich fertigte. Die Verarbeitung und die Verknüpfung von traditioneller Handwerkskunst und modernen Ansprüchen an Funktionalität gefiel uns so gut, dass Jean die Idee hatte, diese Ledertaschen Freunden in Kabul und Deutschland zu zeigen und zu fragen, ob sie Interesse an diesen wunderschönen Ledertaschen hätten. Die Idee von Gundara war geboren: schöne handgefertigte und gerecht gehandelte Ledertaschen aus Kabul, auf den Weltmarkt zu bringen, vom Kunsthandwerker direkt zum Kunden. Die Resonanz auf die Lederwaren aus Kabul war großartig. Mit der Zeit lernten wir auch Meister Yaqub, den Kunsthandwerker, immer besser kennen und freuten uns auf den wöchentlichen Besuch in der Ledertaschen-Manufaktur im Zentrum Kabuls. Meister Yaqub erzählte uns seine Geschichte, die uns sehr berührte und wir dachten uns: "Hier müssen wir helfen, um diese schönen handgemachten Unikate aus Naturleder, besser zu vermarkten!"
Zu Zeiten der sowjetischen Besatzung hatte Meister Yaqub bereits handgefertigte Ledertaschen in die Sowjetunion exportiert. Als die Taliban an die Macht kamen, begab sich Meister Yaqub mit seiner Frau und seinen sieben Kindern auf die Flucht von Afghanistan nach Pakistan. In Pakistan angekommen, baute Meister Yaqub erneut eine Lederwaren-Manufaktur. Nach dem Sturz der Taliban kehrte die Familie nach Kabul zurück.
2006, als wir die Manufaktur in Kabul entdeckten und Meister Yaqub kennenlernten, liefen die Geschäfte nicht sehr gut. Aufgrund eines Selbtmord-Attentates in der Straße, wurde die Straße gesperrt und es kam nun fast keine Laufkundschaft mehr vorbei. Mir gefielen die Taschen aus natürlich gegerbtem afghanischem Ziegenleder sehr. Ich war beeindruckt davon, dass in diesen Krisenzeiten ein afghanischer Rohstoff -Naturleder- vor Ort zu fairen Ledertaschen verarbeitet wurde und so die komplette Wertschöpfungskette in Afghanistan stattfand. Ich begann, Entwürfe für Ledertaschen zu machen und als es 10 Modelle waren, fragte mich Jean: "Warum machen wir daraus nicht einen Katalog, zeigen diesen Freunden und fragen, ob sie Interesse an den Taschen haben." Ich hielt dies für eine tolle Idee. Gesagt, getan! Das Feedback war so überwältigend, dass viele Freunde direkt Bestellungen aufgaben.
2009 schlug Jean dann vor, aus dieser Idee ein Geschäftsmodell zu entwickeln und einen Onlineshop aufzubauen, der im Sommer 2009 eröffnete. Wir hatten gesehen, dass in Kabul auf traditionelle Weise tolle Produkte aus Naturmaterialien gefertigt wurden, die jedoch vor Ort wenig Abnehmer fanden. So kamen wir auf die Idee, die Taschen besser zu vermarkten, sie weiter zu entwickeln und so auf den "Weltmarkt" zu bringen. Der direkte Kontakt zu den Kunsthandwerkern machte uns großen Spaß. Wir lernten ihre Arbeitsweise kennen. So können wir unseren Kunden heute sagen, wo die Produkte genau herkommen, dass sie auf faire Weise produziert werden und sicherstellen dass möglichst viel des Gewinnes zurück an die Kunsthandwerker vor Ort geht. Diesen Ansatz haben wir nun auch auf viele andere Länder übertragen und arbeiten nun auch mit Kleinbetrieben in Nepal, Pakistan, Marokko, Sambia, Niger und Äthiopien zusammen Gundara bietet so eine tolle Alternative zu herkömmlichen Produkten. Wir verbinden traditionelle afghanische Handwerkskunst mit europäischen Ansprüchen an Funktionalität und Ästhetik. Unsere Produkte sind langlebige (Natur-)Produkte, von denen man lange etwas hat. Die Wertschöpfungskette ist transparent, es werden bevorzugt Naturmaterialien verwendet und wir sind direkt im Austausch mit den Kunsthandwerkern vor Ort, mit denen wir seit Jahren (mit Meister Yaqub bereits seit 2007) zusammenarbeiten. Vielen Dank für Ihr Interesse an Gundara und an bewusstem Konsum! So können wir gemeinsam Schritt für Schritt unsere Welt ein bisschen besser und vor allem nachhaltiger machen.
 

Gunda und Jean in Kabul, Afghanistan

Beste Grüße von Gunda und Jean Amat Amoros

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