Gundara und wie es dazu kam...

Ende 2005 ging ich für einen Job in der Entwicklungszusammenarbeit nach Kabul. Ich wollte 'raus in die Welt. Nach einigen Wochen lernte ich einen netten Franzosen namens Jean kennen (den ich dann später mit nach Berlin nahm :). An den Wochenenden erkundeten wir die Gegend mit dem Motorrad oder spazierten durch die Stadt. Bei einer dieser Erkundungstouren entdeckten wir eine kleine Manufaktur.Hier wurden wunderschöne Ledertaschen von Meister Yaqub, seinem Sohn und einem Mitarbeiter gefertigt. Meister Yaqub erzählte uns seine Geschichte, die mich sehr berührte und ich dachte: "Hier muss ich helfen!"
Zu Zeiten der sowjetischen Besatzung hatte er Taschen in die Sowjetunion exportiert. Als die Taliban an die Macht kamen, floh er mit seiner Frau und seinen sieben Kindern nach Pakistan, wo er erneut eine Ledertaschenmanufaktur aufbaute. Nach dem Sturz der Taliban kehrten sie nach Kabul zurück.

2006 liefen die Geschäfte nicht sehr gut. Aufgrund eines Selbtmordattentates in der Strasse, wurde die Straße gesperrt und es kam nun fast keine Laufkundschaft mehr vorbei. Mir gefielen die Taschen aus natürlich gegerbtem afghanischem Ziegenleder sehr. Ich begann Entwürfe zu machen und als es 10 Modelle waren, fragte mich Jean: "Warum machen wir daraus nicht einen Katalog, zeigen diesen Freunden und fragen, ob sie Interesse an den Taschen haben." Ich hielt dies für eine tolle Idee. Gesagt, getan! Das Feedback war überwältigend. Viele Freunde fragten, ob ich für sie eines der Modelle fertigen lassen könnte. So bekam Meister Yaqub immer mehr Bestellungen.

2009 schlug Jean dann vor, aus dieser Idee ein Geschäftsmodell zu entwickeln und einen Onlinshop aufzubauen, der im Sommer 2009 online ging. Wir sahen, dass in Kabul auf traditionelle Weise tolle Produkte aus Naturmaterialien gefertigt wurden, die jedoch vor Ort wenig Abnehmer fanden. So kamen wir auf die Idee, die Taschen besser zu vermarkten, sie weiter zu entwickeln und so auf den "Weltmarkt" zu bringen. Der direkte Kontakt zu den Kunsthandwerkern machte uns Spaß. Wir lernten die Arbeitsweise kennen. So können wir unseren Kunden heute zeigen, wo die Produkte genau herkommen, dass sie auf faire Weise produziert werden und sicher stellen, dass möglichst viel des Gewinnes zurück an die Kunsthandwerker vor Ort geht.

Diesen Ansatz übertrugen wir dann mit der Zeit auf weitere Kunsthandwerker in Burkina Faso, Marokko, Niger, Sambia, Äthiopien, Pakistan und Nepal. Gundara bietet so eine tolle Alternative zu herkömmlichen Produkten. Wir verbinden traditionelle Handwerkskunst mit europäischen Ansprüchen an Funktionalität und Ästhetik. Die Wertschöpfungskette ist transparent, es werden bevorzugt Naturmaterialien verwendet und wir sind direkt im Austausch mit den Kunsthandwerkern vor Ort. Vielen Dank für Ihr Interesse an Gundara!

Gunda und Jean in Kabul, Afghanistan

Beste Grüße von Gunda Amat Amoros

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