
Natürlicher Leder-Gerbe-Prozess in Nordafghanistan
Die Stadt Khulm (ehemals Taschqurgan) in der Provinz Balkh in Nordafghanistan, ist die "Gerbe-Hauptstadt" Afghanistans. Sogar Häute aus dem Süden Afghanistans, z.B. Kandahar werden zum Gerben hierher gebracht. Die Gerber-Fertigkeiten werden von Generation zu Generation weitergegeben. Die Gerbereien in Khulm sind meist als kleine Kooperativen organisiert. Leider ist der jahrzehntelange Krieg auch nicht spurlos an der Gerberei vorbeigegangen. Vielfach muss das Gerben in Khulm wiederbelebt werden. Der Prozess läuft jedoch gut an!
Khulm war einmal ein wichtiges Zentrum auf der Seidenstraße von Zentralasien bzw. Südasien nach Europa. Es war berühmt für seinen überdachten Basaar, der in der 1980ern, vermutlich durch die Sovjets, zerstört wurde.
Khulm befindet sich 60km östlich von Mazar-i Sharif auf dem Weg nach Kunduz. Früher hiess Khulm Taschqurgan, was so viel wie Stein-Mausoleum auf usbekisch bedeutet. Im Zuge der Paschtunisierung Nordafghanistans durch die Zentralregierung (durch Innenminister Mohammad Gul Khan) wurde es umbenannt.
In der trockenen und warmen Witterung im Sommer dauert der Gerbe-Prozess nur zwei Wochen. Im Winter jedoch, wenn das Wetter feucht und kalt ist, kann der Gerbe-Prozess bis zu fünf Wochen dauern.
Gundara verwendet vor allem Häute, die im Winter gegerbt wurden, da die Qualität der Gerbung dann besser ist als im Sommer.













